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Es wird weiter gebloggt…

…aber mit neuem Outfit :-)

Nachdem mich Emergencygirl nun 3 1/2 Jahre lang durch mein Studium und meine erste große Reise wie eine zweite Haut umgeben und begeitet hat, bin ich nun daraus entwachsen und irgendwie passt es nicht mehr recht zu mir. Emergencygirl war auf der Suche, mein neues Ich hat gefunden wonach es gesucht hat und formt nun sein Leben passend darum herum :-) (Wie kryptisch wir heute doch wieder sind :-D )

Wie ziehen also um (schon wieder, aber hoffentlich zum letzten Mal), nehmen aber trotzdem ein Stück des Weges mit uns. Daher kann es sein, dass in nächster Zeit alles noch ein wenig wackelig ist und vielleicht etwas ruckelt. Solltest du Kanten und Ecken finden, bitte lass es mich wissen, damit ich sie abrunden kann :-)

Komm mit auf die gute Seite, wir haben Kekse… ;-)

 

Charity in Kambodscha

Ich bin bisher in noch nicht vielen Armuts geplagten Ländern gewesen, aber trotzdem scheint mir Kambodscha belagert von Charity-Aktionen zu sein. In jedem zweiten Restaurant, Geschäft oder Guesthouse sieht man Aktionen um die Bildung oder Versorgung  zu verbessern, oder die Lebensbedingungen der Kinder. Es scheint zu fruchten. In vielen Reiseberichten der letzten Jahre kann man noch lesen wie Horden von Kindern den Besuchern von Angkor Wat nachrennen oder wie viele Kinder betteln auf den Straßen umherstreifen. Diese Kinder findet man immernoch, aber es sind keine Horden mehr. Hat sich die Situation tatsächlich verbessert oder hat es sich nur verlagert? Ich hoffe auf Ersteres und die vielen Organisationen die hier entstanden und stark vertreten sind, verstärken den Eindruck.

Charity-Aktionen die ich für unterstützenswert halte sind zum Beispiel:

Für $2 am Tag kann man hier ein Fahrrad leihen, davon gehen $1,50 an den Aufbau für Wasserversorgung in Kambodscha und alle Überschüsse in die Schulausbildung.

Von TukTuk-Fahrern die geschult und aufgeklärt werden, wie man Kindern auf der Straße helfen kann über Guesthouses und Shops, Kambodscha ist voll von diesem Logo. Eine der größten Organisationen die sich für die Verbesserung der Lebensqualität der Kinder einsetzt.

Viele Geschäfte verkaufen Taschen und Schmuck mit diesem Logo. Eltern stellen diese Dinge her, teilweise aus Altpapier und Verpackungen recycelt, um ihren Kindern so statt Kinderarbeit den Schulbesuch zu ermöglichen.

Ausführlich hier schon beschrieben, fasste es Dr. Beat Richner bei seinem Konzert so nett zusammen: Die jungen Besucher bittet er um Blutspenden, die Älteren um Geldspenden und die dazwischen um Beides ;-)

Was man NICHT tun sollte:

  • Von Kindern die betteln kaufen, oder Geld, Essen oder Süßigkeiten geben! So schwer es auch fällt, hier in diesem tollen Bericht von Alex, einer Reisenden wird sehr gut beschrieben, dass genau dieses Verhalten dazu beiträgt die Kinder auf der Straße zu halten! Auch wenn es schwer fällt, Nein sagen und weitergehen!
  • Waisenhäuser besuchen! 72 Prozent aller Kinder die dort leben, haben immernoch Eltern!! Seit 2005 gibt es eine Steigerung um 65% der Anzahl von Kindern die in Waisenhäusern leben obwohl die Zahlen von Waisen und geschädigten Kindern eigentlich zurückgeht. Abgesehen davon bringt ein kurzer Besuch von wenigen Stunden den Kindern gar nichts, sondern verstört sie eher noch. Kinder sind keine Touristenattraktion!!

Ich habe vor meinem Besuch viele dieser Dinge nicht gewusst und hätte ohne wertvolle Tipps und Artikel wirklich vieles falsch gemacht, deshalb hoffe ich das dieser kurze Post jedem der einmal diese schöne, aber gebeutelte Land bereisen möchte auch ein wenig bei der Recherche hilft, wie man tatsächlich helfen kann.

Reisen ist super! Man hat unglaublich viel Zeit, kann sich mal so richtig entspannen und hat endlich mal keine Verantwortung! Stimmt. Aber nur teilweise.

Gestern habe ich im Post “Solo-Traveler” darüber geschwärmt wie toll das Reisen ist, besonders alleine. Heute beleuchten wir mal die dunklen Momente, die in denen man Reisen ätzend findet und am liebsten den Flug nach Hause buchen möchte :-)

  1. Wenn man einfach keinen Job findet, oder mit dem Warten auf Arbeit ganze Tage verschwendet. Ja, auch während dem Reisen muss man ab einem gewissen Zeitpunkt auch einmal Geld verdienen. Es sei denn man hat im Lotto gewonnen, ist wohlhabender Früh-Rentner oder hat sein Haus verkauft. Keiner sagt ein Job während dem Reisen zu finden ist leicht und noch dazu einen der einen nicht vor Langeweile oder mit Schwerstarbeit fast umbringt. Aber ab einem gewissen Punkt der Suche, möchte man einfach wieder zurück zu seiner sicheren, unbefristeten Stelle wo scheinbar alles viel besser war!
  2. Wenn Busse, Bahnen, Boote IMMER wieder Verspätung haben. Man kennt das aus Deutschland und Pendler mit der deutschen Bahn können sich in etwa vorstellen wie Dauerreisen ist. Man hat grundsätzlich viel Zeit… zum Warten!  Bei meinem Reisetempo, nirgendwo länger als 1 Woche zu sein (und das auch eher selten) und einem Durschnittsaufenthalt an einem Ort von 1-3d kann man sich ungefähr vorstellen wie viel Zeit ich pro Woche mit Warten verbringe. Aber richtig, dabei kann ich ja gut entspannen :-) Längste Verspätung: Phnom Penh, 5,5h.
  3. Wenn die Unterkunftssuche mal wieder länger dauert. Besonders mit 20kg auf dem Rücken kann das schon mal nervenzehrend sein. Gerade in Südostasien plant oder bucht man generell nicht im Voraus. Erstens gibt es an den meisten Orten Guesthouses wie Sand am Meer und eigentlich überall ein freies Bett. Wenn man es denn dann findet. ;-) Zweitens kann man Glück haben, wenn die Unterkunft die man sich ausgesucht hat eine Telefonnummer hat (die hilft einem bei den heutigen Roaming-Preisen allerdings auch nicht wirklich), von Websites zum Buchen sollte man bei Budget-Unterkünften eher nicht ausgehen und bei Homestays schon gar nicht. Längste Suche nach einem Bett: Luang Prabang, 1,5h.
  4. Wenn das Transportmittel in erbärmlichen Zustand ist. Alle berichten immer von Bussen die in so schlechtem Wartungszustand sind, dass man damit mit auf den Berghängen in Laos steckenbleibt. Oder noch schlimmer, mitten in der Nacht plötzliche keine Scheinwerfer mehr funktionieren und der Busfahrer mehr oder weniger blind den Bergkamm bewältigt. Meine persönliche Katastrophenfahrt habe ich mir mit einem 2. Klasse non-A/C-Ticket nach Bangkok selbst eingebrockt.
  5. Wenn sich das Paradies als Müllhalde entpuppt. Manchmal hat man hohe Erwartungen. Und manchmal werden selbst Niedrige noch unterboten. Dabei kann einem dann der Reisespaß schon mal abhanden kommen.
  6. Wenn man einfach genug Tempel besichtigt, genug Reis gegessen hat, genug abgezockt wurde und seine Freunde einfach schon zu lange nicht mehr gesehen hat. Dann braucht man schon mal eine Pause vom Reisen! :-)

Solo-Traveler

So gut wie auf jedem Reiseblog findet man früher oder später einen Bericht darüber, warum sich der Blogger für das Allein-Reisen entschieden hat. Man wägt die Vor- und Nachteile ab und berichtet aus der eigenen Erfahrungskiste. Gerade in letzter Zeit bin auf vielen Blogs auf diese Seiten gestoßen und habe mir meine eigenen Gedanken darüber gemacht, warum ich mich zum Allein-Reisen entschlossen habe und welche Pro’s und Contra’s ich darin entdecken konnte. Überraschenderweise werden die Contra’s mit jedem Monat den ich reise weniger :-) Sortieren wir das Ganze doch mal…

Warum habe ich mich entschlossen alleine zu reisen?

  • Zunächst einmal war diese Reise ursprünglich ein geplanter 3-4 Wochen Urlaub mit einer Freundin nach Australien. Ich finde das passt zu meinem Image ;-) Planungen kann man bei mir ja quasi sofort wieder in den Wind schreiben, sofern kein Flugticket gebucht ist. Und selbst dann wird es manchmal noch wackelig (keine Sorge, ich komme am 23. März auf JEDEN Fall zurück. Erstmal zumindest :-D )
  • Die Planung dehnte sich über 6 Wochen, zu 3 Monaten bis zu einem halben Jahr aus und ihr alle wisst, wie es dann nun gekommen ist. Man wächst mit seinen Aufgaben :-)
  • Ich bin also sozusagen in das Solo-Traveller Dasein hinein gerutscht, vor allem als sich der Plan zerschlagen hatte zu zweit zu reisen. Ängstlich oder überfordert habe ich mich damit allerdings nie gefühlt, denn eigentlich war ich froh mal eine Weile allem entfliehen zu können. Für mich sein zu können und alleine zu sein, wirkte eher anziehend als beunruhigend auf mich.
  • Nun ist es mittlerweile so, dass ich einfach zu sehr auf mich selbst eingestellt bin. Nach etwas mehr als einer Woche haben sich die Reisewege von Markus, dem Besuch aus Deutschland und mir wieder getrennt. So sehr ich mich darauf gefreut hatte eine Weile das “gemeinsam Reisen” genießen zu können, bin ich damit auch total überfordert :-D Ich habe meinen Rhythmus, meine Gewohnheiten und auch eben genau das wieder nicht. Ich bin gern und viel allein und auch wenn das wohl schon immer so war, hat es sich durch das Reisen noch verstärkt. Ich plane viel und doch auch wieder gar nicht. Ich wusste gar nicht mehr wie es ist mit einem fixen Enddatum zu leben und auch nun, da ich selber eines habe, bleibt mir noch mehr als genug zeit um alles zu tun worauf ich Lust habe. Wenn man einen Urlaub macht ist das schon ganz anders und auch die Prioritäten sind andere. Ich muss nicht mehr jeden Tag füllen, weil ich nicht weiß ob ich dazu sonst noch Zeit finde und ich muss traurigerweise gestehen, diesen Luxus habe ich gar nicht mehr zu schätzen gewusst. Einen Tag im Café zu vertrödeln, käme mir bei einem Urlaub verschwendet vor, nun aber kann ich das ohne schlechtes Gewissen genießen.

Fühlt man sich beim alleine Reisen einsam?

  • Ja, ich glaube 80% aller Reisenden die ich getroffen habe, fühlen sich ab und zu auch einmal einsam. Diese Momente sind allerdings in Australien eher selten, denn dort ist man so gut wie nie alleine :-D Hier gibt es mehr Backpacker als man zählen kann und die Hostels sind voll von kontaktfreudigen Menschen die Anschluss suchen. Alleine sein wird hier zur Herausforderung und gerade in den ersten Tagen in Sydney, in einem der beliebtesten Hostels für Deutsche, hatte ich es schwer mal eine ruhige Minute für mich zu haben ;-)
  • Nach dem ersten Monat habe ich eine kleine Welle Heimweh abbekommen. Die hielt etwa 1 Woche und kam eigentlich bis zur Schwangerschaftsverkündung meiner Lieblings-Alex gute 10 Monate später nicht wieder. Aber auch da habe ich mich schnell wieder erholt. Jeder hat mal einen schlechten Tag und vermisst die Menschen zu Hause, aber wirklich “Heimweh” nach Deutschland hatte ich nie und Reisenden wird es durch die Flut an Eindrücken und Erfahrungen leicht gemacht, denn die Zeit fliegt einfach so dahin. Trotzdem ist das natürlich nicht für jeden das Richtige.
  • Selbst wenn man sich einsam fühlt, findet man in jeder Ecke der Welt, da bin ich mir sicher, Reisende die Anschluss suchen. (Nur mal als Beispiel: Ich habe gestern im Bus eine Französin kennengelernt, mit der ich mich heute zum Abendessen treffe) Natürlich ist es etwas anderes sich mit guten Freunden auf einen Kakao zu treffen, aber dann gibt es immer noch Teebeutel und Skype :-) (Diesen Artikel “In der Warteschleife” über die Wandlung unserer Generation zu Fernfreundschaften dazu fand ich herrlich treffend beschrieben!)

Was sind die guten Seiten?

  • Interessanterweise empfand ich viele der “negativen” Seiten die Reisende beschreiben (wie zum Beispiel hier bei Twenty-Something-Travel’s Blog) als Vorteile… So auch den “Now what?”-Effekt: Anfangs habe ich bei meinen Reisen und Erlebnissen oft jemanden zum Anstupsen vermisst. Man dreht sich um und will “Kuck mal da!” rufen und keiner steht neben oder hinter dir. Aber dann packst du deine Kamera aus und teilst es abends auf dem Blog mit deinen Freunden. Mittlerweile suche ich nicht mehr und selbst bei den Tempeln von Angkor haben Markus und ich beschlossen einzeln die Tage zu verbringen. Warum? Man glaubt es vielleicht anfangs nicht, wenn man immer gewohnt ist mit einem Zweiten unterwegs zu sein, aber man nimmt Eindrücke ganz anders auf, wenn man allein ist. Intensiver, unverfälschter und viel mehr im Detail. Auch wenn es in meinem Fall etwas gedauert hat, so kann ich doch nun Momente an unglaublichen Orten einfach aufsaugen und genießen, ganz für mich allein. Der Blog ist ein Bonus am Ende des Tages, aber auch nicht mehr länger ein Ersatz für Gesellschaft. Eine wichtige Lektion die einen das Reisen alleine wie nichts anderes lehren kann!
  • Der Zugewinn der Selbständigkeit! Ich war schon immer eigenständig (vielleicht trifft da das “Vorurteil” des Einzelkindes zu), bin auch alleine ins Kino gegangen oder zum Shopping. Oft sogar lieber als in Gesellschaft ,-) Aber trotzdem gab es Grenzen. Ich wäre nie alleine am Abend in einem Restaurant zum Essen gegangen oder alleine in den Urlaub gefahren. Ich habe eine Freundin, die einen 3-wöchigen Japan-Urlaub ohne ihren Mann gemacht hat. Ich fand das schwer beeindruckend! Man sollte sich nie Grenzen setzen lassen, oder sich dem klassischem Rollenverhalten, egal in welcher Form, einfach unterordnen. Alleine im Restaurant zu sitzen, kann nämlich auch sehr entspannend sein. Ausserdem kann man dann viel besser die Päarchen beobachten, die beide mehr mit ihrem Smartphone beschäftigt sind als mit ihrem Gegenüber… Ich hoffe ich kann mir diese gewonnene Selbständigkeit erhalten, ohne für immer völlig unabhängig zu sein. Da liegt dann nämlich der Hase im Pfeffer begraben. Wie viel Selbständigkeit macht einen zum völligen Einzelgänger?
  • Der Gruppenzwang. Als ich für längere Zeit in Adelaide war, habe ich mal wieder ein wenig mehr vom Partyleben mitbekommen und durchaus genossen. Es waren die richtigen Leute, zur richtigen Zeit und am passenden Ort. Ich bin in 4 Wochen so oft tanzen und Feiern gegangen, wie im gesamten letzten Jahr nicht zusammengenommen. Wenn ich aber wie hier in Kambodscha reise und Angor-Tempel vor der Nase habe, bin ich für’s Ausgehen nicht wirklich zu begeistern. Ich brauche generell meinen Schönheitsschalf um fit und aufnahmefähig zu sein und habe kein Problem damit, dafür dann um 10 Uhr im Bett zu verschwinden. Lieber nutze ich den Tag, als hangover mit Kopfschmerzen oder ihn deswegen komplett zu verschlafen. Sicher, es muss nicht immer so ausarten, aber nach einem Tag voller Sehenswürdigkeiten reizt mich einfach keine Bar mehr. Nicht mit mehreren Leuten zusammen zu reisen, kann einen dann schon mal vor der Diskussion retten, warum man denn “jetzt schon” ins Bett gehen will. Oder warum man denn nicht das Tubing in Vang Vien oder das Cocain auf den Gili’s mitgenommen hat. Ja, ich steh dazu: Ich bin zu alt für so nen Sch*** :-D
  • Das “Bad Ass”-Image :-D Jedesmal wenn man als Solo-Traveler die Frage nach dem allein Reisen gestellt bekommt und sie bejaht, werden die Augen groß und eine der folgenden Antworten ausgespuckt: Wow, wie mutig! Wow, beeindruckend! Wow, ich könnte das nicht! Doch, könntest du. Du willst nur nicht. Jeder kann das, es ist keine Kunst. Es ist oft keine Feigheit die einen hindert loszuziehen, sondern Bequemlichkeit. Also wenn ihr mich bewundern wollt, dann bitte dafür das ich endlich mal meinen Hintern  hoch bekommen habe :-D
  • Das größte Plus von allen: Ich kann machen was und wann ich will! Ausschlafen so lange ich will. Den späten Bus nehmen wenn ich will. Mich einen ganzen Tag lang nur von Pringles ernähren wenn ich will. Weiterreisen oder auch nicht wann immer ich will. Mein Laptop-Serien-Programm bestimmen wie ich will… Moment, das war ja schon immer so :-D

Was denkt ihr darüber? Würdet ihr eine Reise alleine angehen? Denkt ihr zuviel Selbständigkeit kann auch ein Nachteil werden? Und habe ich Faktoren übersehen?

Stille Wasser sind tief…

Dieser Titel bezieht sich derzeit nur auf meinen Blog :-) Hier treten im Hintergrund gerade einige Vorbereitungen auf Änderungen auf und wenn ich mich einmal an einer Idee festgebissen habe, frisst sie mich dafür im Gegenzug auf :-D

Ich müsste  sollte könnte gerade soo viel Bloggen, meine Ideenliste wird immer länger, aber irgendwie bleibe ich doch immer an anderen Projekten hängen. An mangelnder Zeit liegt es nicht, davon habe ich gerade mehr als genug und genieße sie einfach mir “Basteln” ;-) Battambang ist eine nette Kleinstadt (für südost-asiatische Verhältnisse, immer bedenken) und gemeinsam mit den knapp 40°C die hier in den letzten Tagen herrschen, bringt mich das dazu meist mit dem Laptop in der kühlenden Halle eines Coffee-Shops oder meinem Hotelzimmer zu versacken.

Trotzdem verspreche ich in den nächsten Tagen ein paar spannende Berichte auf den Blog zu werfen und hoffe ihr findet dann die Zeit sie zu lesen!

Liebe Grüße aus Battambang :-)

Planungsfieber

Nun bin ich schon wieder einen ganzen Tag im Guesthouse versackt… aber es ist auch so richtig schön hier, da fühle ich mich nicht besonders schuldig :-D

Aber es wird euch freuen zu hören das ich trotzdem sehr fleißig war! Vom gebuchten Heimflug über Geheimprojekte in Sachen Bewerbungen schreiben und Übergangs-WG-Suche bis hin zur fast vollständigen Verplanung der restlichen 30 Tage war alles dabei :-)

Wer also nun dieses riesige Selbst-Reklameschild hier rechts, den Post meines Flugtickets, den Twitter-Aufruf und/oder das facebook-Update nicht mitbekommen hat, für den schreibe ich es nochmal fett hier hin:

Mein Heimflug ist gebucht! :-D

Ganz richtig, ich habe mich tatsächlich dazu durchgerungen meinem Herumgereise vorerst ein Ende zu setzen und euch alle zeitweise mit meiner Anwesenheit zu beehren ;-)

Danach kam ein ganz seltsames flaues Gefühl in der Magengegend auf. Eine grobe Mischung aus Panikattacke und grenzenloser Vorfreude :-) Ich habe es Heimkehr-Mulmen getauft. (Heißt es nicht immer es muss einen Namen haben, damit man es bekämpfen kann, oder so?) Es hat sich also nichts geändert, alles bleibt im Ungewissen.

Ich kann noch immer nicht sagen ob ich nun genug vom Reisen habe weil ich meine Reise früher beende als erwartet (mal abgesehen davon, dass ich mir ursprünglich 3 Monate in Australien gegeben habe und Südostasien überhaupt nicht geplant war :-D ), aber ich habe deutlich das Gefühl, dass ich nur eine Pause brauche. Ein bisschen Heimatboden unter den Füßen, bevor sie wieder anfangen werden zu zucken. Lassen wir das alles also einfach mal auf uns zukommen!

Was auch passiert, kommt oder sich entwickelt, ihr seid die Ersten die es erfahren werdet :-D

Stattdessen habe ich mich mit der kurzfristigen Zukunft befasst, dass war dann deutlich einfacher. Nun da es definitiv “nur” noch 30 Tag sind die mir bleiben, musste ich mir Ziele setzen und klar eingrenzen, was ich eigentlich noch sehen möchte. Höchste Priorität hat für mich noch das Schnorcheln! Ich will um jeden Preis (selbst um den Preis des Tourismus-Wahns) noch einmal Meeresluft schnuppern, mein Schnorchelequipment auspacken dürfen und türkisfarbenes Meer mit feinem Sandstrand genießen können.

Anders als vor Koh Lipe habe ich nun schon früher nach Erlebnisberichten gesucht und musste feststellen, dass ich ein klein wenig in der Illusion gelebt habe, rund um Sihanoukville, das noch in Kambodscha auf der Reiseliste steht, sei Schnorchelbares zu finden. Leider sagen da Urlaubsberichte im Netz anderes. Deshalb habe ich nun einen Reiseplan ausgefeilt, incl. Flug und damit verlängertem Visum in Thailand um Chiang Mai und meiner Schnorchelbrille gerecht zu werden :-)

Freut euch mit mir unter Anderem auf Floating Villages, Nationalparkbesuche mit Mangrovenwäldern, Koh Tao, ein Wiedersehen in Bangkok & Chiang Mai und alles Andere, dass sich wie immer ungeplant hineinmogelt :-)

 

Nun ist es also soweit…

Heute wollte ich es nochmal wissen…

Es gibt hundert verschiedene Trips die man hier unternehmen kann, aber 3 Touren sind die Beliebtesten:

  1. Der innere Kern, die “Small Tour” mit Angkor Wat, dem Bayon Tempel und den kleineren darum herum
  2. Der Kreis um den inneren Kern, die “Big Tour”, mit drei Tempeln etwas ausserhalb
  3. Und der rosa-pink-gefärbte Tempel Banteay Srei, etwa 35km entfernt von Siem Reap

Die kleine Tour kann man bequem mit dem Fahrrad abfahren, die größere Tour wird mit dem TukTuk empfohlen und für den Rosa Tempel sollte man eine Tagestour mit dem TukTuk einplanen.

Ich hatte nach den ersten beiden Tagen also heute ebschlossen, die große Tour trotzdem mit dem Fahrrad anzugehen. Lasst euch eines gesagt sein, falls ihr je in den Genuss kommt Angkor zu besichtigen: NEHMT EIN TUKTUK!

Ja, es ist machbar. Ja, ich habe es überlebt. Aber wie, dass wollen wir hier einfach mal ausparen… Und das ich keine anderen Idioten Fahrradfahrer mit derselben Idee getroffen habe, versteht sich auch von selbst.

Als ich heute Morgen am Kontroll- und Ticketschalter ankomme, fühle ich mich schon wie ein Profi. Durch die Schalter durch geht es zielstrebig zu den Kontrolleueren und mit einem trockenen “Last Day” knippst die Dame meinen sogar Webcam-Foto personalisierten 3-Tage-Pass ab. Nebenbei, mein Foto ist so schwammig, das könnte jeder sein ;-)

Erneut vorbei am Angkor Wat Gelände, bereue ich schon ein wenig die beschlossene Tagestour und bin jetzt schon froh, ab morgen kein Fahrrad fahren zu müssen. Fahrräder und ich werden definitiv nie gute Freunde. Aber um ein solch aussergewöhnliches Gebiet zu erkunden, nehme ich schon einiges auf mich. Das zeigt sich vor allem, als ich entdecke, dass es nach den ersten 10km noch locker weitere 10km sind, bis ich zum ersten Tempel, dem Ta Som, auf meiner imaginären Liste für heute ankommen werde. Der halbherzige Versuch die Tour zu stückeln und mir Pre Rup anzuschauen, scheitert and zwei Dingen: Zum Einen sieht es hier genauso aus wie in Kampong Thom, was den Entdeckungseifer schon schwinden lässt und zum Anderen die drohenden, gefühlten 100°C Mittagshitze. Da bin ich auf dem Fahrrad im Fahrtwind tatsächlich besser aufgehoben.

Nach einer gefühlten Ewigkeit, die ich zumeist auch ganz allein auf den Strassen verbringe, nur ab und zu überholt von einem TukTuk (ich schwöre, ich hab in den brummenden Motorgeräuschen manchmal ein höhnisches Auslachen herausgehört) und durch ausgetrocknete Felder und Wälder, lande ich an meinem ersten Ziel: Ta Som.

Dieser Tempel wird oft als eine ruhigere Version des Ta Prohm beschrieben und auch wenn es hier nur wenige der “Sponge Trees” gibt die über Mauern und Wände wachsen, sehe cih gleich warum: Der Baustil ist sehr ähnlich, allerdings sind die Wände deutlich bunter und ein wenig verzierter. Mir gefällt dieser Tempel sogar besser als Ta Prohm und ich bin froh mich hierher gequält zu haben.

Ta Som

Ta Som

Ta Som's Wandzierde

Ta Som's Wandzierde

Ich fühle mich ein wenig erholter und von hier aus zum nächsten Tempel sind es auch nur knappe 5km. Locker! :-D

Man kann mich auswringen als ich bei Preah Kahn lande und das der zugang zu diesem Tempel gut einen Kilometer durch die pralle Hitze führt, hilft mir nicht besonders. Auch meine stetige Wasserzufuhr (mittlerweile habe ich schon 2 Liter getrunken und es ist gerade mal halb zwei) scheint das eher zu begünstigen. Was soll’s, für Kultur muss man Opfer bringen :-D Hier ließen sich zur belohnung auch die Tempel fressenden Bäume noch einmal blicken und sogar in beeindruckenden Versionen:

Eingang von Preah Khan

Eingang von Preah Khan

Preah Khans Schwammbäume

Preah Khans Schwammbäume

Schließlich begebe ich mich auf den 10km langen Rückweg und überlege zwischendurch mehr als einmal, ob ich nicht ein TukTuk anbetteln soll, mich und mein Fahrrad zum Guesthouse zu bringen. Zum Glück war keines der TukTuks frei und so blieb mir diese Schmach erspart :-D

So sehr mir auch die Hidden Wall gefallen hat, die ich eigentlich gern nochmal auf dem Heimweg besichtigt hätte, keine 10 Pferde hätten mich nun noch überreden können nochmal anzuhalten.

Alle Angeber, die sich nun brüsten sie hätten diese 35km doch locker weggesteckt, sollten das mal auf sandigen, schlaglochverzierten Straßen und einem Fahrrad das in Deutschland nicht einmal ein Schloss gebraucht, einen durchgesessenen Sattel und keine Gangschaltung hat austesten. Dann lasse ich mich auch gern belächeln ;-)

Trotz dem schmerzenden Hinterteil, dem Wasserverlustsyndrom das ich konstant mit mir herum gefahren habe und dem leichten Sonnenstich an Tag 2 tut es mir nun leid, das die 3 Tage vorbei sind. Mit dem was die Tempel zu bieten haben, hätte ich locker noch zwei Tage füllen können. Aber wer weiß, vielleicht besuche ich sie ja irgendwann noch einmal :-)

Hier mal meine Besichtigungspunkte in der Übersicht:

Karte der Angkor-Tempel

Auch am zweiten Tag ließ der Strom der Eindrücke nicht nach. Für heute hatte ich mir Angkor Thom vorgenommen, ein größeres Areal als Angkor Wat und mit mehreren Highlights.

Kurz vor dem Eingang zu Angkor Thom steht ein kleiner unscheinbarer Tempel, der eine kleine Mutprobe sozusagen als Wegzoll zum Bayon-Tempel von mir forderte. Ich hatte vom Phnom Bakheng in meinem Reiseführer gelesen, aber auch wenn er gut einsehbar an der Straße stand, hatte wohl niemand anderes Interesse, denn ich war dort ganz alleine. Es sollte sich schnell zeigen, wieso

Meine Mutprobe

Meine Mutprobe

Groß und imponierend ist es ein einzelner Tempelkomplex, an dem von allen Himmelsrichtungen etwa 50 Stufen hinauf zum Tempelinneren führen. Wie unser Tourguide es uns schon beschrieben hatte, haben Tempel meist 4 Tore, aber nur das Östliche ist offen, um Sonnenaufgang und Glück einzufangen. Naja, dachte ich, kann ja nicht so schwer sein und begann, noch dazu in der prallen Mittagshitze, den Tempel zu erklimmen. Böser Fehler, denn schon nach etwa 5 Stufen wurden diese immer runder und kürzer, was sie an Höhe allerdings nicht minderte. Nach etwa 10 Stufen fing ich an zu schwitzen und ein leichtes Zittern zu spüren, was allerdings weniger mit der Hitze zu tun hatte, als vielmehr mit meiner Höhenangst, die ich zwar früher mit dem Klettern gut in den Griff bekommen hatte, nun aber nach mehreren Jahren des Aussetzens wieder in voller Blüte war. Da ich ja nun ein sturer und manchmal dummer Mensch bin, kraxelte ich weiter und weiter nur um dann nach gefühlten hundert Jahren zitternd im Eingang des Tempels zu stehen, der einen verkümmerte und eingestaubten Reclining Buddha enthält. Diese Figuren, die den Buddha liegend und beim Eintritt ins Nirvana zeigen, also mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht, sind sehr beliebt für Tempel. In dem Moment war mit das aber relativ schnuppe, ich machte mir nur noch Sorgen, wie ich heil wieder nach unten kommen sollte. Ich habe wahrscheinlich einen erbärmlichen Anblick geboten, wie ich mit einem Mantra auf den Lippen ununterbrochen “Du schaffst das schon, gaanz ruhig!” vor mich herbetend und mehr kriechend als herabsteigend auf den Stufen hing. Aber da sich ja sowieso keiner für diesen Tempel interessiert hat, fiel es auch nicht auf, dass ich klatschnass geschwitzt und mit mehr Spinnweben behangen als jede Hexe, die sich in den Ecken der Stufen getümmelt hatten unten ankam und fast den Boden geküsst hätte :-D

Wie schnell doch ein kleiner, relativ unbedeutender Tempel in Mitten der Tempel von Angkor einen einprägsamen Eindruck hinterlassen und eine bleibende Erinnerung werden kann :-D

Gefühlte 5 Lebensjahre älter (und da sagt man Reisen hält jung), wurde ich gleich am Eingang von Angkor Thom von einem wunderschönen Torbogen mit den typischen 4 Gesichtern begrüßt. Aus allen Himmelsrichtungen blicken hier lächelnde Gesichter auf die Besucher hinab.

Nach diesem reißenden Empfang geht es weiter über das Gelände, bis ich nach etwa 1km am Bayon-Tempel ankomme. Hier erwarten einen Hunderte von 4-Gesichter-Türme, Pagoden-artig aufgebaut und in allen Größen.

Bayon Tempel

Bayon Tempel

Als ich durch die verwirrenden Gänge der Türme streife, höre ich etwa ebenso viele Fledermäuse fiepsen und flattern, wie die Türme Gesichter haben. Trotzdem der Tempel eigentlich einen schlichten Aufbau hat, ist es auch ohne meine unschlagbare Gabe sich zu verlaufen einfach die Orientierung zu verlieren. Das schadet aber nicht, denn hinter jeder Biegung erwartet einen das nächste Staunen. In der Mitte führt eine kleine Treppe auf den mittleren und höchsten Tempel, umgeben von eine Terasse und plötzlich bin ich umgeben von Lächeln und Türmen in allen Richtungen und Höhen.

Bayons Lächeln

Bayons Lächeln

Bayons Tempelspitzen

Bayons Tempelspitzen

Bayons Gesichter

Bayons Gesichter

Dieser Tempel gefällt mir instinktiv besser als Angkor Wat und ich erwarte nun, dass jeder Folgende es schwer hat an diesen Vergleich heranzukommen. Die Tempel und Skulpturen belehren mich schnell eines Besseren. Hier geht es nicht um “wer ist der schönste Tempel im ganzen Angkor-Reich”, hier hat jedes Gebäude seine eigene Faszination.

So komme ich an die Elefanten-Terassen und kann mich an den Wänden voller Elefanten-Ketten gar nicht sattsehen.Ich suche mir einen der herumliegenden Ruinensteine und mache eine Pause, versuche alles aufzusaugen und einwirken zu lassen.

Elefantenterrasse

Elefantenterrasse

Doch schon zwei Meter weiter überrascht micht das nächste Highlight: Die Terraces of the Leper King. Auf einer der 17 Postkarten die ich in den letzten Tagen verschickt habe (damit sei nun die Vorfreude in meinem Freundeskreis ein wenig angestachelt ;-) ) waren die “Hidden Walls” abgebildet, eine Wandzierde von Tänzerinnen, und ihr Ort als am Boden der Terraces of the Leper King angegeben. Also ging ich um die lange Wand herum, die etwa U-förmig auf dem Gelände steht und suchte nach diesem Abbild. Fast sicher es gefunden zu haben, entdeckte ich am Ende der Wand, dass man auch hinter sie treten konnte. Nein, eigentlich… kann man in sie hinein gehen. Die breite Wand besteht aus zwei Teilen: einer glatten Wandfläche und auf der anderen Seite ihres Zwischenspaltes in der ein Holzsteg entlang führte, aus einer Wand mit weitaus schöneren Skulpturen als aussen zu sehen ist. Mit der Erwartung, diese nach der nächsten Biegung enden zu sehen, war ich sehr überascht, als der Weg hindurch labyrinthartig weiter und weiter führte.

The Hidden Wall

The Hidden Wall

Tänzerinnen

Tänzerinnen

Trotz einer weiteren Pause an den 12 Tempelchen gegenüber der Terrassen, wo ich in einem der Tempel einem zerzausten, schlafendem Hund beim Ausruhen Gesellschaft leiste, geht mir langsam wieder die Puste aus. Auch wenn ich immer gemütlich durch Tempel und Terrassen streife, die stetige Aufmerksamkeit und die vielen Eindrücke fordern ihren Tribut. Im Licht der sich senkenden Sonne radele ich zufrieden und schon mit Vorfreude auf den nächsten Tag zurück.

Prasats Suor Prat

Prasats Suor Prat

 

 

Auf diese Sehenswürdigkeit habe ich mich seit Tagen gefreut! Ausgestattet mit Sonnenmilch, Sonnenhut, der “richtigen” Tempelkleidung und Massen an Wasserflaschen ging es mit dem geliehenen White Bicycle (Teil einer Charity Aktion, bei der 75% der Einnahmen dem Aufbau der Wasserversorgung in abgelegenen Gegenden Kambodschas zukommt) die knapp 6km zum Ticketschalter der Tempel. Hier kann man wählen zwischen einem 1-Tages Ticket für $20, einem 3-Tages-Ticket für $40 und einem 7-Tages-Ticket für die Super-Motivierten und für $60. In der Mitte angesiedelt schien mit ein 3-Tages-Ticket ersteinmal genug, sollte ich restlos begeistert sein und nicht genug davon bekommen können, würde ich am Ende meiner Reise noch einmal 3 Tage dran hängen.

Die große Hauptstraße die nun zu den Tempel führt, gleicht eher einer risiegen Allee, umgeben von Wäldern und Bäumen die sich über die Straße beugen. Den ersten Blick auf Angkor Wat, der offiziellen Hauptattraktion erhascht man von Süden, allerdings gut geschützt von Bäumen hinter dem umgebenen Wassergraben, sieht man eigentlich nicht wirklich etwas. Kommt man dann um die Kurve zum westlichen Eingang beginnen sich die berühmten Pagoden-Türme vor einem auszubreiten und vermitteln einen ersten Eindruck der Größe dieses Tempels. Angkor Wat ist mit seinem Eingang im Westen der einzige Tempel dieser Art hier, haben doch die Könige früher immer ihre Eingänge nach Osten orientiert um den Sonnenaufgang und damit angeblich das Glück einzufangen. Deshalb wird immer noch diskutiert und geforscht, ob Angkor Wat nicht eingentlich ein Grabmahl ist, das gewöhnlich den Eingang westlich hat, aber bisher konnte keine Grabkammer gefunden werden.

Wenn man am Anfang, nach dem langen Steg der zu den tatsächlichen Tempeln über den Wassergraben läuft und in der Menschenmenge von Touristen ein wenig untergeht verlässt einen die Begeisterung kurzzeitig ein wenig und man vergisst leicht, an welch einem mythischen, heiligen Ort man sich befindet. Aus diesem Grund habe ich mich schnell davon abgeseilt und in den verwinkelten Gängen eher von aussen an den inneren Zirkel herangearbeitet. Hier ist es überaschend menschenleer und ruhig, sodass einen schnell wieder das Gefühl beschleicht in mächtigen, heiligen Hallen umherzustreifen. Wunderschöne Gänge mit beeindruckenden Verzierungen an jeder einzelnen Wand, jeder einzelnen Säule und in jeder noch so kleinen Furche.Manche schon ziemlich verfallen, andere sehr gut erhalten und teilweise auch restauriert. Ich kann mich kaum satt sehen und statt den Tempel in der Mitte zu besuchen, dessen Treppe mit einer Touristenschlange und einer Wartezeit von locker einer halben Stunde in der prallen Mittagsssonne geziert ist, begnüge ich mich damit die Aussenringe ausgiebig zu erkunden.

Angkor Wat

Angkor Wat

Angkor Wats Hallen

Angkor Wats Hallen

Aussenseiten

Aussenseiten

Nach diesem ersten Eindruck mache ich mich auf den Weg zu den unzähligen Tempeln die das Gebiet von gut 300 Hektar Land besiedeln. Als erstes Lande ich danach bei Banteay Kdei, einem Tempel der auf meinem Weg zum berühmten Ta Prohm liegt, dem Dschungel Tempel. Hier sind als Verzierungen in den Wänden überall Tänzerinnen eingearbeitet, die  diesem Tempel seinen ganz eigenen Charme geben.

Banteay Kdei

Banteay Kdei

Wandzierde

Wandzierde

Nun lande ich am Ta Prohm, der seine zweifelhafte Berühmtheit fast weniger durch Angkor, als vielmehr durch Angelina Jolie gewann. “Tomb Raider” wurde hier abgedreht (und da frage ich mich manchmal beim Durchlaufen, wie viel Geld wohl geflossen ist, damit Angelina hier mehr als leicht bekleidet für Tempelverhältnisse herumspringen durfte ;-) ). Trotz der Menschenmenge, die Angkor Wat fast noch übertrifft, der nachträglich gebauten Stege die zu den besten Spots führen und all den durch Seile abgesperrten Bereiche die wohl offensichtlich nun für die Touristen eingefügt wurden, finde ich hier nach einer Weile Ecken die wohl weniger beliebt oder bekannt sind und kann mal ein paar Eindrücke ohne Touristen vor der Linse einsammeln :-) Irgendwann finde ich sogar eine kleinen Innenhof ganz für mich, mitten in kleinen Ruinenbergen und den berühmten Baumwurzeln, die diesen Tempel verschlingen. Anders als die anderen Tempel von Angkor, hat man in diesem nichts von dem Natureinfluss verändert und die Bäume, die die Wände und Mauern überwuchern, für die Authentizität einfach weiterwachsen lassen. So verfällt dieser Tempel zwar mehr und mehr, gibt einem aber auch einen sehr guten Eindruck davon, wie es hier überall ausgesehen haben muss, als die Tempel erstmalig wiederentdeckt wurden.

Ta Prohm

Ta Prohm

Ruinendschungel

Ruinendschungel

Schließlich senkt sich schon langsam die Sonne und meine Füße überreden mich den Rücktritt anzutreten. Zum Glück habe ich noch zwei Tage übrig, denn nun bin ich sicher, allein der innere Kern der vielen Tempel gibt genügend her um leicht drei Tage zu füllen!

P.S. Grüße an den Buchclub…

Relaxing in Angkor Wat

Relaxing in Angkor Wat

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